Baumärkte profitieren von Konsumlaune der Österreicher

„Besser einkaufen anstatt zu sparen“, so lautet derzeit die Devise der österreichischen Konsumenten. Von dieser Einstellung haben im vergangenen Jahr auch die Baumärkte profitiert.

Bei einem Gesamtbruttoumsatz von über 2 Milliarden Euro konnten die österreichischen Bau- und Heimwerkermärkte im Jahr 2011 nominal 1,6 Prozent mehr einnehmen als im Jahr 2010. Auf bereinigter Verkaufsfläche erzielten die Märkte ebenfalls eine Wachstumsrate von 1,6 Prozent. Die höchsten Umsätze erzielte der Baumarkthandel in den Monaten April und Mai, die mit frühsommerlichen Temperaturen viele Gartenfreunde und renovierungswillige Heimwerker in die Märkte lockten. Das sind die zentralen Ergebnisse des BHB/GfK-Reports „Bau- und Heimwerkermärkte in Österreich 2011“.

Auch im Jahr 2012 kann der Einzelhandel mit Konsumlaune der Österreicher rechnen, so das Fazit der GfK Konsumklima Europa-Studie. Ganz im Gegensatz zu den Konjunkturerwartungen sehen die Bewohner der Alpenrepublik ihr zukünftiges Einkommen positiv und bringen die Krise und Konjunkturschwäche nicht mit dem persönlichen Umfeld in Verbindung. Und bevor das Geld auf Grund der Inflation an Wert verliert, investieren die meisten Verbraucher wohl lieber in ein schönes Zuhause.

Weitere Informationen: heimwerkerverband.de

Grillen wird in Deutschland zum Ganzjahrestrend

Der Markt für Grillgeräte boomt wie kein anderes Segment im deutschen Gartenmarkt. In den vergangenen fünf Jahren wuchs er um knapp 45 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt der gerade veröffentlichte „IFH Branchenfokus Grillen 2012“.

no images were found

Die Deutschen geben inzwischen für Grillgeräte, Grillzubehör und Brennstoffe etwa 1,1 Milliarden Euro aus. Im Jahr 2011 waren das durchschnittlich pro Kopf 13,17 Euro. Rund zwei Drittel der Umsätze entfallen dabei auf die eigentlichen Grillgeräte, während sich die restlichen Prozente annähernd zu gleichen Teilen auf Brennstoffe und Grillzubehör aufteilen.

Der Markt für Grillgeräte und Zubehör wird derzeit gleich von mehreren Faktoren positiv beeinflusst: Der Aufenthalt im Garten liegt genauso im Trend wie das gemeinsame Kochen und Essen. Zu beobachten ist, dass in Deutschland vor allem hochwertige und großvolumige Grillgeräte populärer werden – aber auch die Anzahl an Zweitgeräten nimmt weiter zu.

In den letzten drei Jahren stechen insbesondere die Gasgrillgeräte bei den insgesamt positiven Zuwachsraten hervor. Aber auch Brennstoffe konnten ein überdurchschnittliches Wachstum generieren. Diese Entwicklung zeigt deutlich: Nicht nur die Zahl an Grillfans insgesamt ist gestiegen, auch die Grillhäufigkeit im Jahr hat deutlich zugenommen: Grillen entwickelt sich immer mehr zum Ganzjahrestrend.

Obwohl der Markt für Grillgeräte sehr vielschichtig ist, zeigt die Distributionsstruktur, dass ein Vertriebsweg dominiert: Die meisten Konsumenten versorgen sich im Bereich Grillen über Bau- und Heimwerkermärkte mit ihren angeschlossenen Gartencentern.

Weitere Infos: ifhkoeln.de

Bayer: Anhaltend günstiges Marktumfeld bei CropScience

Die Bayer AG gab Ende Februar 2012 bekannt, dass sie in einem strategisch und operativ sehr erfolgreichen Jahr 2011 neue Rekordwerte bei Umsatz und EBIT erzielt hat. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, erhöhte sich der Konzernumsatz im Geschäftsjahr um 4,1 Prozent auf 36,53 Mrd. Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte (wpb.) entspricht das einem Zuwachs von 5,5 Prozent. Die Geschäftsentwicklung in den Wachstumsländern trug mit einem Plus von währungsbereinigt (wb.) 9,0 Prozent überproportional dazu bei. Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte um 52,0 Prozent auf 4,15 Mrd. Euro.

Im CropScience-Geschäft stieg der Umsatz laut Pressemeldung im vergangenen Jahr um 6,2 (wpb. 8,9) Prozent auf 7,255 (6,830) Milliarden Euro. Hierzu trugen alle Regionen bei – in Nordamerika sowie Lateinamerika/Afrika/Nahost nahmen die Umsätze sogar wb. prozentual zweistellig zu. Getragen wurde das Wachstum vor allem durch neue Produkte bei Crop Protection und die gute Entwicklung bei BioScience, während Environmental Science leicht rückläufig war.

Der Bereich Pflanzenschutz (Crop Protection) profitierte vom Ausbau des Geschäfts mit neuen Produkten und steigerte den Umsatz insgesamt wpb. um 8,9 Prozent. Die Fungizide legten wpb. um 12,0 Prozent zu, die Saatgutbehandlungsmittel wpb. um 23,6 Prozent und die Herbizide wpb. um 9,0 Prozent. Das Insektizidgeschäft konnte sich trotz der Einstellung des Vertriebs älterer Produkte wpb. auf Vorjahresniveau halten.

Der auf Saatgut und Pflanzeneigenschaften spezialisierte Bereich BioScience wuchs wpb. um 19,1 Prozent. Jeweils zweistellige Wachstumsraten konnten in den Kernkulturen Raps, Baumwolle, Reis und Gemüse erzielt werden. Der Umsatz im Bereich Environmental Science verringerte sich wpb. leicht um 1,5 Prozent.

Das bereinigte EBITDA von CropScience verbesserte sich im Vergleich zum relativ schwachen Vorjahresergebnis deutlich um 27,9 Prozent auf 1,654 (1,293) Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge konnte um 3,8 Prozentpunkte ausgebaut werden. Dieser Anstieg beruhte vor allem auf den signifikant gestiegenen Absatzmengen sowie der damit verbundenen deutlich besseren Auslastung der Produktionsanlagen. Auch die Effizienzsteigerungsmaßnahmen trugen zum höheren Ergebnis bei.

Weitere Informationen: bayer.de

IVG: Durchwachsenes Jahr 2011 – Zuversicht für 2012

Das Gartenjahr 2011 verlief unregelmäßig. Es startete überaus positiv, denn die mehr als zehn Wochen Sonnenschein bereits ab dem zeitigen Frühjahr sorgten für eine hohe Kundenfrequenz und Umsätze, die zunächst signifikant über dem Vorjahr lagen, so der Industrieverband Garten e.V. (IVG).

Doch das nasse und kühle Wetter, das ab der Jahresmitte herrschte, dämpfte die Kauflust der Verbraucher und sorgte so für Umsatzeinbrüche. Daran konnte auch das milde Herbstwetter nichts mehr ändern. Insgesamt konnte daher 2011 nur ein leichtes Plus realisiert werden. Das gilt nicht für das Grillsegment. Seine Absatzzahlen entwickelten sich weiterhin sehr positiv. Auffällig in der Produktgruppe Gartendekoration, -möbel und Grillen: Zwar starteten alle Vertriebswege gut in die Saison. Aber höherwertige und beratungsintensivere Produkte wurden von Konsumenten oft zu Beginn der Saison und eher im Fachhandel gekauft, während vom guten Spätsommer dagegen vor allem das DIY-Segment profitierte.

no images were found

Auch im Bereich der Garten- und Rasenpflegegeräte startete die Saison wegen der günstigen Witterung früh. Darauf folgte aber Trockenheit und dadurch eine deutliche Kaufzurückhaltung im Mai und Juni. Erst durch die ersten Niederschläge zog der Umsatz an. Die gute Nachsaison begünstigte zwar die Kauflust – trotzdem schmolz der Umsatzvorsprung des Frühjahrs bis Ende Oktober mit 1,9 Prozent ins Minus im Vergleich zu 2010. Der Markt für motorisierte Gartengeräte (Rasenmäher und Traktoren) sank in den ersten acht Monaten 2011 um rund sechs Prozent in Stück und drei Prozent im Wert (Angaben laut GfK), wobei allerdings Markenhersteller auf eine recht gute Saison zurückblicken können.

Der aktuellen Saison 2012 blickt der IVG optimistisch entgegen. „Bedingt durch die positive Grundeinstellung der Verbraucher allgemein und besonders zum Trend Garten gehen wir von einem positiven Frühjahr 2012 aus“, so IVG-Geschäftsführer Johannes Welsch. Allerdings bleibt die Situation bei den Rohstoffen schwierig, da ihre Preisvolatilität nicht immer kalkulierbar ist. Zudem macht sich knapper Frachtraum bemerkbar. Darüber hinaus muss sich die Branche auf die aktuell stattfindende Strukturveränderung im Handel einstellen. Fachhandel und Motoristen wachsen gegen den Trend. Gleichzeitig reduzieren Gartencenter nach Angaben des IVG ihren Anteil an Gartenhartware und Motorgeräten, während der Onlinehandel – auf niedrigem Niveau – an Bedeutung gewinnt.

Deutschland-Umsatz macht Baumarktkette Praktiker Hoffnung

Praktiker steckt trotz des boomenden deutschen Einzelhandels weiter in der Krise. Zwar ging der Umsatz am Heimatmarkt im 4. Quartal nur noch um 0,6 % zurück – wegen der stark bröckelnden Auslandserlöse verbuchte die SDax-Firma aber insgesamt ein Minus von knapp 5 %.

Nun hofft das Management, dass Deutschland auch für den Verluste schreibenden Konzern zur Konjunkturlokomotive wird: Praktiker Deutschland hatte nach einem schlechten Start im Oktober in den beiden letzten Monaten des Jahres 2011 wieder mehr Kunden erreicht und einen besseren Umsatz erzielt. Damit entwickelte sich Praktiker zumindest im November mit dem deutschen Trend. Auf das Gesamtjahr gesehen hinkt Praktiker mit einem Umsatzminus am Heimatmarkt von 10 % aber weit hinter dem deutschen Einzelhandel zurück, der laut Schätzung 2011 auf ein Plus zwischen 2,7 und 2,9 % kommt.

Probleme hat Praktiker im Ausland: Weil vor allem die Kunden in Griechenland, Rumänien und Bulgarien weniger einkauften und sich zudem noch Wechselkurse verschlechterten, erlöste Praktiker von Oktober bis Dezember in seinem Auslandsgeschäft fast 13 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt ging der Umsatz im Schlussquartal 2011 um 4,5 % auf 716 Millionen Euro zurück. Damit war der Rückgang zwar geringer als in den Monaten zuvor, für 2011 insgesamt muss Praktiker aber ein Minus von 7,7 % auf 3,2 Milliarden Euro verkraften.

Quelle: Reuters Deutschland am 05.01.2012