IVG: Durchwachsenes Jahr 2011 – Zuversicht für 2012

Das Gartenjahr 2011 verlief unregelmäßig. Es startete überaus positiv, denn die mehr als zehn Wochen Sonnenschein bereits ab dem zeitigen Frühjahr sorgten für eine hohe Kundenfrequenz und Umsätze, die zunächst signifikant über dem Vorjahr lagen, so der Industrieverband Garten e.V. (IVG).

Doch das nasse und kühle Wetter, das ab der Jahresmitte herrschte, dämpfte die Kauflust der Verbraucher und sorgte so für Umsatzeinbrüche. Daran konnte auch das milde Herbstwetter nichts mehr ändern. Insgesamt konnte daher 2011 nur ein leichtes Plus realisiert werden. Das gilt nicht für das Grillsegment. Seine Absatzzahlen entwickelten sich weiterhin sehr positiv. Auffällig in der Produktgruppe Gartendekoration, -möbel und Grillen: Zwar starteten alle Vertriebswege gut in die Saison. Aber höherwertige und beratungsintensivere Produkte wurden von Konsumenten oft zu Beginn der Saison und eher im Fachhandel gekauft, während vom guten Spätsommer dagegen vor allem das DIY-Segment profitierte.

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Auch im Bereich der Garten- und Rasenpflegegeräte startete die Saison wegen der günstigen Witterung früh. Darauf folgte aber Trockenheit und dadurch eine deutliche Kaufzurückhaltung im Mai und Juni. Erst durch die ersten Niederschläge zog der Umsatz an. Die gute Nachsaison begünstigte zwar die Kauflust – trotzdem schmolz der Umsatzvorsprung des Frühjahrs bis Ende Oktober mit 1,9 Prozent ins Minus im Vergleich zu 2010. Der Markt für motorisierte Gartengeräte (Rasenmäher und Traktoren) sank in den ersten acht Monaten 2011 um rund sechs Prozent in Stück und drei Prozent im Wert (Angaben laut GfK), wobei allerdings Markenhersteller auf eine recht gute Saison zurückblicken können.

Der aktuellen Saison 2012 blickt der IVG optimistisch entgegen. „Bedingt durch die positive Grundeinstellung der Verbraucher allgemein und besonders zum Trend Garten gehen wir von einem positiven Frühjahr 2012 aus“, so IVG-Geschäftsführer Johannes Welsch. Allerdings bleibt die Situation bei den Rohstoffen schwierig, da ihre Preisvolatilität nicht immer kalkulierbar ist. Zudem macht sich knapper Frachtraum bemerkbar. Darüber hinaus muss sich die Branche auf die aktuell stattfindende Strukturveränderung im Handel einstellen. Fachhandel und Motoristen wachsen gegen den Trend. Gleichzeitig reduzieren Gartencenter nach Angaben des IVG ihren Anteil an Gartenhartware und Motorgeräten, während der Onlinehandel – auf niedrigem Niveau – an Bedeutung gewinnt.

Deutschland-Umsatz macht Baumarktkette Praktiker Hoffnung

Praktiker steckt trotz des boomenden deutschen Einzelhandels weiter in der Krise. Zwar ging der Umsatz am Heimatmarkt im 4. Quartal nur noch um 0,6 % zurĂĽck – wegen der stark bröckelnden Auslandserlöse verbuchte die SDax-Firma aber insgesamt ein Minus von knapp 5 %.

Nun hofft das Management, dass Deutschland auch für den Verluste schreibenden Konzern zur Konjunkturlokomotive wird: Praktiker Deutschland hatte nach einem schlechten Start im Oktober in den beiden letzten Monaten des Jahres 2011 wieder mehr Kunden erreicht und einen besseren Umsatz erzielt. Damit entwickelte sich Praktiker zumindest im November mit dem deutschen Trend. Auf das Gesamtjahr gesehen hinkt Praktiker mit einem Umsatzminus am Heimatmarkt von 10 % aber weit hinter dem deutschen Einzelhandel zurück, der laut Schätzung 2011 auf ein Plus zwischen 2,7 und 2,9 % kommt.

Probleme hat Praktiker im Ausland: Weil vor allem die Kunden in Griechenland, Rumänien und Bulgarien weniger einkauften und sich zudem noch Wechselkurse verschlechterten, erlöste Praktiker von Oktober bis Dezember in seinem Auslandsgeschäft fast 13 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt ging der Umsatz im Schlussquartal 2011 um 4,5 % auf 716 Millionen Euro zurück. Damit war der Rückgang zwar geringer als in den Monaten zuvor, für 2011 insgesamt muss Praktiker aber ein Minus von 7,7 % auf 3,2 Milliarden Euro verkraften.

Quelle: Reuters Deutschland am 05.01.2012